rostfreyh: Zu Datenschutz, Bequemlichkeit und Co.: Ich glaube, du brauchst das nicht immer wieder erklären. Ich vermute, damit rennst du hier überwiegend offene Türen ein. Opt-In wäre wahrscheinlich allen lieber. Es holen nur nicht alle gleich die Fackeln und Mistgabeln und verbrennen das (noch kostenlose) Ergebnis der Arbeit von Freiwilligen auf dem Scheiterhaufen, weil man es aben noch ausschalten kann. Sollte ich aber mal eine:n von dennen erwischen, ziehe ich ihm:ihr dafür die Löffel lang, versprochen!
Ach? Solange ich bei jeder Gelegenheit, wo ich das vehement verteidige, spitze Bemerkungen von wegen „Fackeln und Mistgabeln“ lese, beziehungsweise:
rostfreyh: pass auf, wenn du hier nach mehr Bequemlichkeit oder Automatisierung fragst - da kommst du nicht mehr in den Terminalhimmel! ;P
… dann fühle ich mich bemüßigt, es
nochmal zu erklären.
Ersteres ist mal wieder so ein „Extremismus-Vorwurf“, letzteres suggeriert, daß es generell gegen Bequemlichkeit ginge oder die Abwägung zwischen – „neutral“ betrachtet – gleichwertigen Alternativen je nach Vorlieben.
Ich habe jedenfalls noch keinem Heroic-Programmierer irgendwas angedroht deswegen, aber gutheißen kann ich's so nicht und finde daher auch deutliche Worte dagegen.
Patsche85: Ja, klar. Man trifft ja immer irgendwelche Standardentscheidungen als Entwickler. Ich wollte nur damit sagen, dass ich diesen Schritt nachvollziehen kann, dass Archivments und Spielzeiterfassung standardmäßig aktiviert sind und man die Entwickler nicht als das Böse schlechthin darstellt.
Es geht um Videospiele und nicht um Steuer- oder Bankdaten.
Wenn ich das richtig herausgefunden zu haben glaube, kann man bei „Heroic“ die Spielzeiterfassung ausschalten, die Übertragung von Errungenschaften jedoch nicht.
Es ist auch eben
keine „Abwägung wie jede andere“:
1) Die Einstellung ist in den Tiefen des Wustes an Möglichkeiten versteckt.
2) Nirgendwo wird auch nur halbwegs gut sichtbar auf die standardmäßige Übertragung hingeweisen.
3) Hier gilt das alte Chemiker-Gesetz: „Was weg ist, ist weg!“ – Daten, die GOG einmalhat, die haben sie, die kann man nicht einfach „zurückholen“, wenn man verspätet merkt, daß sie übertragen worden sind.
Wegen 3) gibt es hier ein „Ungleichgewicht“, das Kompromisse nicht zuläßt – die sind nämlich stets einseitig.
Die „Mir-Doch-Egal-Hab-Nix-Zu-Verbergen-Fraktion“ muß teilweise „zurückstecken“, wie man es von einem Kompromiß gewohnt ist, die Gegenseite ist ihre Daten indes für immer los, auchj wenn sie nur teilwesie „nachgibt“.
Ich kann halt nicht sagen: „OK, Du darfst nur heute mal ausnahmsweise der Bequemlichkeit halber dem fiesen Zuckerberg sein Whatsapp nehmen um wem anders meine Anschrift und sonstigen Kontaktdaten zu schicken – morgen macht Du es dann aber bitteschön wieder so, wie ich es bevorzuge!“ Wenn ich das
ausnahmsweise einmal zulasse, sind die Daten
für immer da, wo ich sie nie haben wollte.
Außerdem wird systematisch unterschätzt, wie auch solche vermeintlich harmlosen Daten sich negativ auf das Leben auswirken können. Das „keine Bank- oder Steuerdaten“ gleicht wieder dem Politiker-Gelaber von „nur Meta-Daten, das Gespräch selbst bleibt ja vertraulich“. Die „nur Meta-Daten“ werden dann öffentlich vor Gericht „durchgekaut“ und Dein(e) Partner(in) findet so nebenbei raus, daß Du 'ne Affäre hast, nur halt nicht, was genau Du der ins Ohr gesäuselt hast am Telefon…
Du wirst flasch verdächtigt, Dein Rechner beschlagnahmt, die Spielesammlung gefunden, bei GOG angefragt, was die so über Dich wissen und weil überlastete Richter alles abnicken, was die Bullen haben wollen, rückt GOG Deine Spielzeiten raus. Wenn es dann zum Verdacht paßt: „9–10: ‚Killerspiel‘ gezockt — 11: Mord begangen — 11:30–12: ‚Killerspiel‘ gezockt“, dann erhärtet es den Verdacht. Wenn's ein Alibi wäre, dann wär's dennoch kein Beweis — da hast Du bestimmt ein hergelaufenes Kind an Deinem Computer zocken lassen, um nun vorgeben zu können, während der Tat zu Hause gewesen zu sein und nicht am Tatort.
Alles „an den Haaren herbeigezogen“? Ja – wie alle statistisch seltenen Ereignisse, die aber von den Milliarden Menschen auf der Welt täglich dennoch einen ganzen Haufen treffen. Die Unfälle passieren bekanntlich immer nur den anderen, nicht den „Gurtmuffeln“…